Das stört! Kann das weg? Hat das einen Wert?

Mit solchen oder ähnlichen Fragestellungen sehen sich Stadtplaner, Architekten, Grundstückseigentümer und Bauherr*innen immer wieder konfrontiert, wenn es darum geht, Wohn- oder Gewerbegebiete auszuweisen. Da will man doch nur die Wirtschaft ankurbeln und was nettes für‘s Ortsbild tun und dann muss man sich auch noch mit solchen Themen „rumplagen“…

Im Zuge von Bauleitplanungen (im Wesentlichen Flächennutzungs- und Bebauungspläne) ist eine Umweltprüfung zwingend vorgeschrieben. Gemäß § 4 Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) sind zudem im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Behörden auch die Träger sonstiger öffentlicher Belange zu hören. Solche Träger öffentlicher Belange sind zum Beispiel der BUND oder der NABU, der Belang ist der Naturschutz – logisch irgendwie

Heute bin ich für den NABU SH und die betreffende Ortsgruppe des NABU (Preetz -Probstei) ausgerückt, um eine Fläche in Warnau zu begutachten und eine entsprechende naturschutzfachliche Stellungnahme zu fertigen. Diese dienen nicht dazu Bauvorhoben unbedingt zu verhindern, sondern in erster Linie dazu, die Natur und ihre essentiellen und ökologisch besonders wertvollen Bestandteile zu schützen, zu erhalten, oder wenn der Eingriff nicht zu verhindern ist, für die Natur vorteilhaft auszugleichen.

Hier geht es zum Beispiel auch immer wieder um Einzelbäume, wie die Stiel-Eiche (Quercus robur) vom Foto. Mit einem Stammumfang von mehr als 4 Metern dürfte der Baum gut und gerne 300 Jahre alt sein und hat unzählbaren Generationen von Insekten, Vögeln und anderen Tieren als Habitat und Nahrungslieferant gedient. Wenn man ihn lässt, könnte er das sicher noch einige hundert Jahre mehr tun. Auch über seinen Lebenszyklus hinaus, als Totholz, könnte die Eiche noch lange Lebensraum und Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Lebewesen sein.

Genau darum geht es und genau darum ist die Beteiligung der Naturschutzverbände bei Bauleitplanungen unverzichtbar. Für den Schutz der Natur und unserer natürlichen Lebensgrundlage.

Stichworte dazu:

§ 4 BauGB –
https://dejure.org/gesetze/BauGB/4.html

Verhältnis der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung zum Baurecht (SH) –
http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/…

A foggy raft ride with Highland Cattles…

Für Robustrinder ist ein Floß sicher nicht das alltäglichste Fortbewegungsmittel, außer zwei Paar Hufe bewegt sich da sonst nicht viel. Dennoch dürfte es für die 15 Schottischen Hochlandrinder (Highland Cattle) die wohl schonendste Transportmöglichkeit von den Inseln im Lanker See zurück zum Preetzer Festland gewesen sein.

Im Juni haben wir vom NABU Preetz-Probstei zusammen mit Helfern der Feuerwehr Stadt Preetz und den Viehhaltern die damals noch eher schmächtigen Jungrinder mit dem neuen Floß auf die beiden größten Inseln im Lanker See, den Probstenwerder (Möweninsel) und den Appelwarder verbracht. Die Tiere halten dort bis zum Winter die Vegetation kurz und sorgen mit ihrem Weideverhalten für den Erhalt der Duftenden Schlüsselblume (Primula veris) und der Brutplätze für Sturm-, Lach- und Schwarzkopfmöwen und andere Bodenbrüter. Der Probstenwerder gilt als bedeutendes Brutgebiet im Europäischen Vogelschutzgebiet Lanker See, auf dem Appelwarder existiert das größte bekannte Vorkommen der Schlüsselblume in Schleswig-Holstein.

Ende November fand dann, bei dichtem Nebel, der Rinderabtrieb statt, an gleicher Stelle und mit den selben Protagonisten – die menschlichen gut verpackt in Wathosen und Thermoklamotten, die tierischen wild zottelig und beachtlich kräftiger, als noch im Frühsommer. Einen Sommer lang durften die Rinder-Teens so (oder so ähnlich) leben, wie sie es eigentlich sollten. Fernab von engen Ställen und Massentierhaltung ist die extensive Beweidung abseits von menschlichen Störeinflüssen wohl die dem Tierwohl zuträglichste Haltungsform. Dafür sind die Strapazen der Überfahrt dann sicher auch gerechtfertigt.

Ein besonderer Dank an dieser Stelle noch mal an die Kamerad*innen der Preetzer Feuerwehr, die mit dem Motorboot nicht nur für den richtigen Schub gesorgt, sondern uns bei der dicken Suppe mit dem Einsatzfahrzeug immer wieder den Weg zurück zum Strandbad Lanker See geweisen haben. Als mobiler Leuchtturm, sozusagen.

Ein paar Eindrücke vom Rinderabtrieb im November 2017 finden sich in der angehängten Galerie 😉

Frohes Fest!

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich wünsche euch allen frohe Festtage und ein vor allem gesundes und friedliches neues Jahr!!

Um die Besinnlichkeit noch etwas anzufeuern, habe ich einen kleines Weihnachtsgedicht getextet:

Das Weihnachtsfest in dieser Welt, ist viel zu oft bestimmt vom Geld,

dabei sind es die kleinen Sachen, die uns im Herzen Freude machen.

Ein Lächeln hier, ein Herzen dort, und ab und zu ein liebes Wort,

so schnell und günstig kann es sein, und fröhlich stimmt es obendrein.

Vom Alltag weg und fort vom Stress, ein jeder freut sich auf das Fest,

die Kinderaugen funkeln schon, James Last sorgt für den ruhigen Ton,

der Duft der aus der Küche dringt, den letzten noch in Stimmung bringt.

So schön auch die Geschenke sind, das schönste ist ein jedes Kind,

das dort steht im Weihnachtsraum, und fühlt sich wie in einem Traum.

Ja so ein Fest, dass wünsch‘ ich dir, das immer ist bestimmt vom Wir!

In diesem Sinne, alles Gute, eine entspannte Zeit und viel Funkeln in den Augen… 🎅🏼🎄

Alfred’s Eck ist weg!

Wieder mal hat es einen Hektar Wald erwischt, dieses Mal ganz in der Nähe: das Waldstück am sogenannten Alfred’s Eck in Oppendorf (Schönkirchen).

Die bisher überwiegend mit Eschen, Kiefern, Douglasien und einigen Kiefern bestandene Fläche entlang der Kiebitzbek, einer Nebenverbundachse im landesweiten Biotopverbundsystem, wurde abgeräumt. Ein paar einzelne, traurige Nadelbäume durften stehen bleiben, der Rest wurde fachmännisch zerlegt und wartet akkurat sortiert auf die Abholung.

Nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde des Kreis Plön waren die Eschen abgängig, die Altfichten durch Käferbefall und Windwurf stark ausgelichtet. Demnach erfolgten die durch die Untere Forstbehörde genehmigten Hiebmaßnahmen aus Kalamitätsgründen bzw. aus Gründen der Verkehrssicherung. Das kranke oder umsturzgefährdete Bäume im Bereich von Straßen und Wegen entfernt werden müssen, um keine Menschen zu gefährden, ist einleuchtend und nachvollziehbar, und zudem rechtlich zulässig (§ 5 Absatz 3 Nummer 2 Landeswaldgesetz (LWaldG) „aus Gründen der Verkehrssicherung“) warum gleich die gesamte Fläche zum Kahlschlag freigegeben wurde, ist damit jedoch nicht zu erklären.

Ein Wald ist immer auch Lebens- und Rückzugsraum vieler Tiere. Erst recht zu Beginn der kalten Jahreszeit. Unter nachhaltigen Aspekten, insbesondere der Rücksichtnahme auf die Tierarten, die sich zur Überwinterung bereits in den Wald zurückgezogen haben oder diesen im Winterhalbjahr als Lebensraum nutzen, wäre eine sukzessive Waldbewirtschaftung das Mittel der Wahl gewesen. Grundsätzlich, so auch die Rechtslage, darf ein Kahlschlag nur unter ganz bestimmten Gründen erfolgen, u. a. wenn er einer gesicherten Verjüngung des Baumbestandes dient (§ 5 Absatz 3 Nummer 1 LWaldG). Eine gesicherte Verjüngung definiert sich aber darüber, dass bereits Verjüngung vorhanden ist, junge Bäume also stehen bleiben und nur die alten Bäume aus der Fläche genommen werden. Das ist hier aber nicht der Fall, die Fläche ist jetzt Plan, falls es jungen Baumbestand gab, ist dieser gleich mit verschwunden. Es gibt für die Tiere also keine Möglichkeit, innerhalb der Fläche auszuweichen.

Eine weitere, gesetzlich zulässige Möglichkeit, ist gem. § 5 Absatz 3 Nummer 3 LWaldG gegeben, wenn aufgrund von Brand oder Naturereignissen wie Sturmschäden oder Schädlingsbefall der Baumbestand stark angegriffen und/oder gefährdet ist. Diese Gründe wurden wie oben bereits aufgeführt zur Genehmigung des Kahlschlages herangezogen. Ich habe mir die ordentlich abgelagerten Stämme mal angeschaut und habe sowohl bei den Laubhölzern, als auch bei den Nadelhölzern fast ausschließlich vitales und qualitativ hochwertiges Holz entdecken können. Nur sehr wenige Stämme wiesen überhaupt Beeinträchtigungen auf. Ich erachte diese Gründe daher als vorgeschoben. Dazu kann sich aber jeder gern ein eigenes Bild machen, zumindest mit Hilfe der Fotos die ich zu diesem Beitrag hochgeladen habe.

Nachdem ich die Bilder als kleinen Fotogruß an die Untere Naturschutzbehörde und die Untere Forstbehörde gemailt habe, habe ich dann auch noch mal direkte Antwort aus Neumünster, dem Standort der Unteren Forstbehörde, bekommen. Neben den Ausführungen zur durchzuführenden Wiederbewaldung nach § 7 Absatz 2 LWaldG )(Wiederaufforstung mit einem überwiegenden Anteil standortheimischer Baumarten, in diesem Falle mit 80% Buchen) die natürlich begrüßenswert ist, wobei es natürlich Jahrzehnte dauern wird, bis der Wald dann wieder die ökologische Wertigkeit hat, die er zuletzt hatte (auch wenn zu erwarten ist, dass die Qualität des Waldes auch in puncto Biodiversität letztendlich besser wird als vorher – wäre ein moderater Umbau des Waldes deutlich ökologischer gewesen), habe ich dann auch noch weitere Informationen zur Genehmigung des Kahlschlages bekommen. Das eine Genehmigung auch erfolgen kann, wenn überwiegende öffentliche Interessen den Kahlschlag erfordern (§ 7 Absatz 2 LWaldG), war mir bekannt, dass aber die „Sicherung des wirtschaftlichen Nutzens des Holzes vor weiterer Entwertung“ bzw. die „Sicherung des Rohholzes vor weiterem Wertverlust“ darunter definiert werden, erscheint mit sehr weit hergeholt. Die wirtschaftliche Verwertung des Holzes liegt wohl eher explizit im privaten Interesse der Waldbesitzerin bzw. des Waldbesitzers, schließlich werden dadurch ausschließlich ihre oder seine Taschen gefüllt. Ein überwiegendes öffentliches Interesse liegt vielmehr darin, von den kümmerlichen 11% Wald, die wir in Schleswig-Holstein noch haben, so viel wie möglich zu erhalten, bzw. die Fläche deutlich zu erhöhen.

Der Kahlschlag war also genehmigt, rechtlich lässt sich da nichts machen. Vielleicht sollten sich aber sowohl die Untere Naturschutzbehörde, als auch die Untere Forstbehörde noch ein Stück weit mehr sensibilisieren, auch was die Signalwirkung von solchen Genehmigungen angeht. Viele Bürger*innen sind von solchen Maßnahmen entsetzt und stehen völlig hilflos daneben, wenn ihr gewohntes und Umfeld dermaßen zerstört bzw. umgestaltet wird. Viele Menschen leben teilweise ihr ganzes Leben mit solchen Wäldern und Waldstücken in der Nachbarschaft, kaum jemand von ihnen wird es erleben, dass dort wieder ein so hochgewachsener Wald steht. Von der Fauna, deren Habitat gänzlich verschwindet, mal ganz zu schweigen…

Run for Freibad

Sportlicher Saisonabschluss mit politischem Statement! Heute den vom TSV Klausdorf e.V. von 1916 organisierten und mit viel ehrenamtlicher Hilfe perfekt abgelaufenen Klausdorfer Nikolauslauf für‘s Team vom Freibad Schwentinental hat Zukunft e. V. gelaufen. Meine tolle Hausstrecke durch unsere schöne Natur direkt vor der Haustür!

Mit einem Team von 7 Läufer*innen aus ganz Schwentinental und aus allen Altersklassen sind wir an den Start gegangen und haben Flagge für den Erhalt des Freibades gezeigt – und nebenbei noch gute Platzierungen abgeholt

Mehr Infos zum Verein und zum Bürgerbegehren:
www.freibad-hat-zukunft.de

 

Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm…

… auch so eine der schnell wieder kassierten neuen Bauernregeln. Wobei sie in diesem Fall nur in der Folge korrekt ist. Die Vögel sind nicht die ersten Opfer der scheidenden Biodiversität auf unseren Agrarflächen, als erstes trifft es, neben den sogenannten „Unkräutern“, die Insekten, für die diese Unkräuter gewöhnlich Habit und Nahrungsquelle sind.

Als Unkräuter, oder deutsch-bürokratisch korrekt auch Kulturpflanzenbegleiter, bezeichnet man eigentlich alle Pflanzen, die unerwünscht sind, also alles das, was die Landwirtin oder der Landwirt nicht eingesät hat. In der Regel handelt es sich dabei um allerlei Kräuter und andere Wildpflanzen, wie z. B. den Klatschmohn, Disteln oder die Kornblume. Natürlich gibt es auch, je nach ästhetischem Anspruch, optisch langweiligere Unkräuter, Gräser, Farne, Moose oder holzige Pflanzen aller Couleur, wobei die Gräser im Fachjargon passend „Ungras“ genannt werden, noch so ein schrecklicher Begriff. Was viele nicht wissen: Ein großer Teil der fast 300 Pflanzenarten, die Ihr Hauptvorkommen als Ackerunkraut fristen sind mittlerweile gefährdet, vom Aussterben bedroht oder sogar schon gänzlich von der Bild- bzw. Agrarfläche verschwunden.

In Zeiten als es noch keine Breitbandherbizide wie Glyphosat gab wurden die Wildpflanzen entweder stehen gelassen, oder manuell bzw. später mechanisch gejätet. Dabei kam es aber niemals zu einem solchen Totalverlust unter den Unkräutern. Ein Entzug der Lebensgrundlage für Insekten und andere Tiere, wie wir ihn heute erleben, drohte bei diesen relativ nachhaltigen Bewirtschaftungsformen eher nicht. Roundup, der Glyphosat-basierte Besteller der Monsanto Company, das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel, bewirkt hingegen genau das: Es zerstört die Lebensgrundlage, die Habitate und Nahrungsquellen, von Insekten und macht den Acker zum toten Raum. Einzig die gewünschte Feldfrucht, gerne auch gentechnisch zu Roundup-resistenten Saatgut, den sogenannten „Roundup Ready Crops“ verändert, darf als Monokultur bestehen bleiben. Ein Killer für die gesamte Nahrungskette.

Glyphosat tötet ausnahmslos alle Pflanzen mit denen es in Berührung kommt (natürlich bis auf die Roundup Ready Crops…). Weniger Wildpflanzen bedeuten weniger Insekten, weniger Insekten bedeuten zwangsläufig weniger Vögel, die biologische Vielfalt schwindet, massiv. Auf Grund einer kürzlich veröffentlichten Langzeitstudie des renommierten Wissenschaftsjournals PLOS ONE (PLOS.org) ist das große Insektensterben, mit einem Verlust von mehr als 75% der Biomasse bei Fluginsekten (!!!) in der Bevölkerung angekommen, plötzlich wundern sich viele über die sauberen Windschutzscheiben nach langen Autofahrten, über saubere Visiere nach der sonntäglichen Ausfahrt mit dem Motorrad und das ungewohnt ungestörte genießen können des Kirschkuchens im Garten. Die vom NABU Bundesverband und Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) initiierte Stunde der Gartenvögel hat es ebenfalls gezeigt, wir stecken mitten in einem erschreckend umfangreichen Artensterben. Genau das, wovor wir Naturschützer schon lange gewarnt haben! Ob Glyphosat dabei für den Menschen krebserregend ist, oder nicht, sollte unter diesem Eindruck eigentlich nebensächlich sein. Nachgewiesen ist eine Glyphosat-Belastung im menschlichen Körper zudem schon lange, bei fast 100 Prozent aller untersuchten Personen konnten Rückstände dieses „Wundermittels“ nachgewiesen werden. Viel schwerer wiegt jedoch der Exitus der Biodiversität in unserer Natur- und Kulturlandschaft. Man stelle sich nur mal die umgekehrte Situation vor, sämtliche unserer Kulturpflanzen würden eingehen, der Mensch wäre in Windeseile von der Erde gefegt…

Nun streiten sich aktuell wieder viele über die weitere Zulassung oder ein Verbot von Glyphosat in der EU. Die Agrar- und Chemielobbyisten laufen auf Hochtouren, da werden Stellungnahmen, Gegendarstellungen und Gutachten geschrieben, die demokratischen Strukturen weiter ausgehöhlt und versucht, so viel Einfluss wie möglich auf die Entscheiderinnen und Entscheider in der Politik zu nehmen. Unsere beiden Verhandlungspartner auf Bundesebene, quasi der gelbe und der schwarze Teil der Jamaika-Flagge, reden von wissenschaftlichen und nachvollziehbaren Fakten, befürworten aber trotzdem eine weitere Zulassung von Glyphosat und Neonicotinoiden (Insektizide – eine Studie der „Task Force für systemische Pestizide“ (http://www.tfsp.info/de/) stellte zuletzt eindrücklich unter Beweis, dass systemische Pestizide wie Neonicotinoide massive Auswirkungen auf den Insektenbestand haben und maßgeblich zum Insektensterben beitragen. Sie stellen eine weltweite Bedrohung für Artenvielfalt, Ökosysteme und Ökosystemleistungen dar). Die Damen und Herren der CDU/CSU (Christlich-Soziale Union)CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der FDP sollten vielleicht mal vor die Tür gehen und sich ein mit Glyphosat behandeltes Feld anschauen, mehr nachvollziehbare Fakten gibt es wohl nicht, als das, was man dort vorfindet. Vielmehr scheinen die Lobbyverbände ganze Arbeit geleistet zu haben. Wenn die gesundheits- und umweltpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament, Gesine Meißner, von einem Votum gegen die anerkannte Wissenschaft spricht, meint sie wohl eher die anerkannte Wirtschaft – und deren Lobbyverbände… Mit gesundem Menschenverstand hat diese Aussage zumindest nicht viel gemein.

Es bleibt also spannend, ob sich ein europäisches Verbot durchsetzen lässt, oder nicht. Vermutlich werden die für die Lobbyarbeit eingesetzten Millionen aber ihren Zweck erfüllen und es darf fleißig weiter alles totgespritzt werden, was sich als „Unpflanze“ bezeichnen lässt. Da folgen die ach so christlichen Parteien CDU und CSU (Christlich-Soziale Union) in gewohnt alttestamentarischer Tradition der Bibel, in der das Unkraut schon vor langer Zeit als Strafe Gottes tituliert wurde: „… verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen …“ (1. Buch Mose, Kapitel 3, 17 – 18).

Naja, die Insekten, und mit Ihnen die Tiere die in der Nahrungskette über ihnen stehen, hätten sich über solche Äcker wohl gefreut. Wahrscheinlich halten Tiere deshalb nicht sonderlich viel von Religion und Politik.

Wenn ich mir das Foto zu diesem Beitrag so ansehe, fällt mir die Wahl zwischen Grün und Gelb doch recht leicht. Wir stehen für nachhaltige, ökologische und gesunde Umwelt- und Landwirtschaftspolitik und nicht für eine von ökonomischen Interessen und Lobbyverbänden diktierte!

Wer Lust hat, und zudem noch richtig fit in Englisch ist, der kann und sollte sich sowohl den Artikel zur Langzeitstudie im Wissenschaftsjournal PLOS ONE, als auch die Studie der TFSP zu den systemischen Pestiziden genehmigen. Die Beiträge finden sich hier:

http://journals.plos.org/plosone/article…

und hier:

https://link.springer.com/journal/11356/22/1/page/1

[Pic: istock.com/coramueller]

Von Polemik und Schnellschüssen

Ob ganz oben, oder an der Basis, irgendetwas scheint nicht zu stimmen mit der SPD. Die Große Koalition im Bund, zusammen mit der CDU hat ihr geschadet, und auch die fast koalitionsgleiche Zusammenarbeit der Genossinnen und Genossen vor Ort scheint ihr nicht immer zu bekommen.

Das zeigt sich einmal mehr an dem Argumentations- und Abstimmungsverhalten der SPD Schwentinental zum Thema Freibad Schwentinental. Es ist noch nicht lange her, da warf uns der Fraktionsvorsitzende der SPD Schwentinental, Volker Sindt, vor, wir würden unverantwortlich agieren, in unserem Bestreben, das Freibad zu erhalten. In unseren Bemühungen wurden „teure Schnellschüsse, die sich Schwentinental nicht leisten könne“ gesehen, von „verantwortlicher Finanzpolitik“ war die Rede, und davon, dass die Planungen und die Finanzierung „verlässlich und überraschungsfrei“ sein müsse. „Nicht das erste Angebot, sondern das durchdachteste“ solle man annehmen.

Das alles sind die Worte eines Mannes, der zusammen mit seiner Fraktion am vergangenen Mittwoch einer Vorlage mit finanziellen Auswirkungen von mindestens 3 Mio. € zustimmte, die bis zum Sitzungsbeginn, außer vielleicht den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Stadtwerke Schwentinental (SWS) noch keiner kannte. Die Vorlage wurde mit wenigen Folien ohne Illustrationen vom SWS-Geschäftsführer Jens Wiesemann vorgetragen, es lagen keine Kopien aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte keiner mehr die Möglichkeit, sich damit fachlich und halbwegs professionell auseinanderzusetzen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwentinental haben es verdient, dass man sich qualifiziert und sachkundig versiert mit Entscheidungen von solch finanzieller Tragweite beschäftigt. Hier liegt aus unserer Sicht ein unkalkulierbares Kostenrisiko. Nichts ist mehr zu erkennen, von der zuvor propagierten „verantwortlichen Finanzpolitik“. Ein solcher finanzpolitischer Schnellschuss, der auf einer lückenhaften Präsentation und einer schnell gebastelten Vorlage beruht, ist mir in meiner, zugegebener Maßen noch nicht so generationenübergreifend langen, kommunalpolitischen Karriere jedenfalls noch nicht untergekommen.

Natürlich konnten wir der Vorlage so nicht zustimmen. Trotz – oder gerade auf Grund unserer Liebe zum und Sorge ums Freibad. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst und eben nicht das „erstbeste Angebot“ an. Es mag ja auch sein, dass das vom Geschäftsführer der Stadtwerke Schwentinental ausgearbeitete Sanierungskonzept besser ist, als es auf Grund der minimalistischen Präsentation erscheint, aber auf Grundlage eines solchen „Schnellschusses“ kann und darf verantwortliche Finanzpolitik nicht gemacht werden. Zumal es nach dem Ideenwettbewerb des Wiesemann-Vorgängers, dem Interimsgeschäftsführer Wolfgang Schneider, bereits seit Mai 2017 durchdachte, innovative und preisgleiche Vorschläge im Freibadbau erfahrener Firmen gab! Es ist mir vollkommen unverständlich, warum man nicht z.B. in einer öffentlichen Veranstaltung im November die unterschiedlichen Projektentwickler ihre Vorschläge präsentieren lässt. Zeit genug ist doch, denn die Freibadsanierung nach jetziger Planung, geht doch auch erst im Herbst 2019 so richtig los!

Wenn die Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter es wirklich ernst meinen, mit der Sanierung und dem Erhalt des Freibades, dann sollten sie der Forderung des mehr als deutlichen Bürgerbegehrens ohne Vorbehalte zustimmen! Der Beschluss hätte genau wie ein Bürgerentscheid eine rechtlich bindende Wirkung, wäre aber im Vergleich zu diesem kostenlos zu haben. DAS wäre ein klares Signal dafür, den Bürgerwillen zu akzeptieren und dabei auch noch ökonomisch nachhaltig zu handeln. Durch die Bindungsfrist von 2 Jahren hätten die Initiatoren des Bürgerbegehrens eine gewisse Sicherheit, die Planung der Sanierung des Freibades könnte endlich professionell angegangen werden, ohne dass Sanierungskonzepte von heute auf morgen aus dem Hut gezaubert werden müssen, und die Bürgerinnen und Bürger, deren Willen man damit akzeptiert und vor allem respektiert könnten und sollten in einen kreativen Prozess eingebunden werden, damit das Freibad auch ein Freibad für alle Schwentinentalerinnen und Schwentinentaler wird.

Dass ich als Naturschützer, als ökologisch nachhaltig handelnder Mensch, als Vater von zwei kleinen Kindern und natürlich auch als Grüner ein Freibad in Form eines Naturerlebnisbades protegiere, welches ohne Chemie und mit einer deutlich besseren CO²-Bilanz daherkommt, ist wohl verständlich. Aber nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus ökonomischen Gründen, wäre ein Naturerlebnisbad, erst recht in der Umgebung des Schwentineparks, mehr als ein Gewinn für Schwentinental. Diese Bäder lassen den Planern einen deutlich kreativeren Spielraum und sind zudem nicht teurer als konventionelle Bäder. In Kommunen, die auf Naturerlebnisbäder umgestellt haben, sind Besucherzuwächse von bis zu 30 Prozent keine Seltenheit – und das bei niedrigeren Betriebs- bzw. Unterhaltskosten. Nicht umsonst haben selbst die Stadtwerke Schwentinental diese Variante noch bis vor kurzem als DIE priorisierte Lösung angesehen. Woher der plötzliche Sinneswandel, vor allem bei der Geschäftsführung der Stadtwerke Schwentinental kommt, bleibt Spekulation. 180°-Wenden sind hier zuweilen an der Tagesordnung. Und ich wiederhole meine Aussage zur mangelnden Kreativität gerne noch einmal: Denken Sie neu, denken Sie kreativ, liebe Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter, Herr Wiesemann und Herr Stremlau. Mit einem Bad, stilistisch in den 1970er Jahren verortet, bedienen Sie den Status Quo, neue Besuchergruppen sprechen Sie nur mit neuen, kreativen Konzepten an!

Zu guter Letzt, lieber Herr Sindt: Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie aus meinen Blogbeiträgen bzw. weiteren Veröffentlichungen zitieren, und dass auch noch öffentlich und vor der gesamten Stadtvertretung. Das zeigt mir, dass ich Sie zum Nachdenken anrege, und das ist gut so! Aber bitte, lieber Herr Sindt, seien Sie so fair und geben Sie immer an, wo die Quelle der Zitate zu finden ist, so dass der oder die Interessierte auch den ganzen Text nachlesen kann. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate zeugen von einem schlechten politischen Stil, zeichnen sie doch nicht das gesamte Bild einer Aussage. Da hatte ich von Ihnen mehr erwartet, vielleicht einfach noch etwas mehr Nachdenken…

Und eine weitere Bitte an alle Sozialdemokraten: Liebe Genossinen und Genossen, macht doch bitte endlich wieder eigenständige, progressive sozialdemokratische Politik – am besten fangt ihr damit in Schwentinental an

P.S. Die Quelle der von mir genutzten Zitate ist eine auf der Homepage der SPD Schwentinental zu findende Pressemitteilung. Diese Zitate habe ich selbstverständlich nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sie geben kurz aber treffend den wesentlichen Inhalt der Presseerklärung wieder.

Bundestagswahl 2017, mach‘ dein Kreuz!

Liebe Leute,

Demokratie heißt ja bekanntlich, dass jeder wählen kann, was oder wen er oder sie möchte. Auf der einen Seite ist das sehr gut so, auf der anderen Seite öffnet es leider auch die Türen unserer Parlamente für Ewiggestrige, für Menschenfeinde und geistig Verwirrte… Das muss eine Demokratie aushalten, und auch unsere wird es tun! Was mich dabei ziemlich ankotzt ist, dass wir diese Menschen die nächsten 4 Jahre und eventuell länger auch noch stattlich mitfinanzieren, jeder Cent, der von meinen Steuern in die Taschen dieser Irrläufer fließt, ist einer zu viel!

Man muss ja nicht unbedingt Grün wählen, oder Gelb, Rot, Schwarz, aber aus Protest Faschos zu wählen in der Hoffnung es geht dann voran ist blind und naiv, mit diesen Menschen geht es nur in eine Richtung: Rückwärts! Weg von Frieden, weg von Europa, weg von den Werten die unsere Großeltern und Eltern nach dem Krieg in unserer Gesellschaft installiert, weg von dem was sie aufgebaut haben.

Jeder der darüber nachdenkt, seine Stimme nach rechtsaußen zu geben, sollte mal bei Oma oder Opa anrufen und mal fragen, wie sie es fänden, wenn plötzlich wieder Hass, Verfolgung, Rassismus und Größenwahn den Kurs bestimmen…

Geht wählen, aber bitte nicht den Rückschritt ✌🏼