Ohne Blumen auf der Wiese geht’s der Biene richtig miese…

…so lautete eine der neuen Bauernregeln, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (kurz BMUB) Anfang 2017 bundesweit plakatierte und damit viel Aufsehen erregte. Viele Bürgerinnen und Bürger und eigentlich alle Naturschutzverbände begrüßten diese ironische Form, auf die eklatanten Missstände in der industriellen und konventionellen Landwirtschaft hinzuweisen. Die Bauernlobby fand das natürlich gar nicht witzig und schon kurz nach Erscheinen der Kampagne knickten BMUB und Ministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) ein und beerdigten das Thema (im Archiv des Hauses sind die Regeln noch abrufbar http://www.bmub.bund.de/…/U…/bmub_neue-bauernregeln_2017.pdf).

Dieser neuerliche Kniefall vor der allmächtigen Lobby der Landwirte ändert aber nichts an der Wahrheit und Aktualität dieser Regeln, auch nicht an der oben zitierten.

Von Monokulturen geprägte Agrarlandschaften und der Einsatz von Spritzmitteln gegen alles und jeden machen der Artenvielfalt der Garaus. Das gilt auch, aber natürlich nicht nur für die hier angesprochenen Bienen. Aber es geht auch anders, oder zumindest gibt es sinnvolle Ansätze, auch wenn man sich als Landwirt*in nicht vollständig von seinem oder ihrem konventionellen Dogma lösen kann. Blühstreifen! Blühstreifen mit heimischen Pflanzen erhöhen die Habitatqualität und das Nahrungsangebot von ansonsten relativ toten Agrarflächen um ein Vielfaches, noch mehr wenn sie Acker statt Wiesen umsäumen. Nicht umsonst haben wir uns das in unser Landtagswahlprogramm geschrieben. Ich persönlich hätte es gerne noch auf Gewässerrandstreifen ausgeweitet (da wo es sinnvoll ist) konnte mich damit aber auf dem Programmparteitag nicht durchsetzen (was dagegen spricht ist mir nach wie vor schleierhaft, aber auch ein Randstreifen der der natürlichen Sukzession überlassen und nicht gemäht wird ist schon wesentlich wertvoller, als alles wo der Pflug durchgeht).

Auf Fehmarn habe ich kürzlich ein Paradebeispiel eines Blühstreifens gesehen. Im Vergleich mit der direkt benachbarten Fläche, die keinen solchen hatte konnte man sehr gut erkennen, wie krass sich so eine Insellösung schon auf die Fauna auswirkt. Es summte und flatterte auf diesem ca. 1,5 – 2 Meter breiten Streifen nur so von Faltern, Bienen und zahlreichen anderen Insekten. Die Tiere kommen also, wenn man sie nur lässt. Kaum vorstellbar wie sich ein geschlossenen oder weitestgehend geschlossenes Netz an Blühstreifen auswirken würde. Wir würden vermutlich eine wahre Explosion der Biodiversität erleben, wie sie höchstens noch unsere Großeltern kannten…

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