Viel Plastik, wenig Inhalt…

Eines steht jetzt schon fest, würde die Partei den Ministerpräsidenten stellen, die im Wahlkampf am meisten Plastikmüll produziert, wäre es die FDP Schleswig-Holstein. Herzlichen Glückwunsch Wolfgang Kubicki, zur unantastbaren Spitzenposition! Ich kann das zwar repräsentativ nur für Kiel und Umgebung sagen, aber alleine auf meinem täglichen Weg nach Kiel hängen 106 Kubickis im DIN A0 Format, dazwischen noch einige in DIN A1. Von den anderen Parteien – im Wesentlichen sind das die CDU Schleswig-Holstein, der SSW, die DIE LINKE. Schleswig-Holstein, die AfD Schleswig-Holstein, die Liberal Konservativen Reformer und die Freien Wähler, von der SPD Schleswig-Holstein hängen zumindest noch einige wenige Plakate aus Pappe und ein paar geklebte – hängen zusammen ungefähr dieselbe Menge (Tendenz steigend), überwiegend in DIN A1.

Die Plakate sind eigentlich bedruckte Hohlkammerplatten (oder auch Hohlkammerprofilplatten), je nach Hersteller bestehen diese aus 450g/m² bis 600g/m² Polypropylen (PP), und werden mittels Kabelbindern (i.d.R. aus Polyamid, also ebenfalls Kunststoff) befestigt. Rechnet man das Gewicht eines DIN A0 Kubickis (0,841m x 1,189m = 1,00m²) mit dem Mittelwert von 525g/m² kommt man, ganz leichte Rechnung, auf 525g. Das ganze mal 106 macht 55,65kg. Zusammen mit dem Rest und dem Berg an benötigten Kabelbindern kommt man also, vereinfacht gesagt, auf knapp 100kg Plastikmüll, der da so an den Laternenpfählen und sonst wo hängt (oder auch mal in der näheren Umgebung darauf wartet, zu Mikroplastik zerrieben zu werden…).

Natürlich lässt sich PP recht vernünftig recyceln, wenn es denn im Recycling landet und nicht über den Hausmüll oder ähnliches entsorgt wird (oder eben nicht den Weg über die Botanik geht). Hergestellt wurde das ganze aber mal aus Kohlenwasserstoffen, also aus Erdöl bzw. Erdgas.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Schleswig-Holstein nutzen für die Wahlkampagne fast ausschließlich Plakate aus Pappe oder Recycling-Papier. Dazu benutzen wir überwiegend wiederlösbare Kabelbinder und reduzieren so noch einmal unseren ökologischen Fußabdruck. Und ganz nebenbei gibt’s bei uns nicht nur Gesichter und/oder hohle Phrasen, sondern Inhalte (und freundliche Gesichter)!

Wollen reicht beim Umweltschutz also nicht. Man muss es auch können.

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